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Masi - 2nd Shape (2004) (Watermelon)

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von Philipp Gautschi am Samstag, 25. Juni 2005 in Schweizerisches   
Wieder mal was Einheimisches

Masi - 2nd Shape (2004) (Watermelon) Die Schweizer Alternativrock-Szene ist im Begriff, stark zu wachsen - gut so. Nachdem Andreas kürzlich Honey for Petzi vorstellte (welche ich hier wärmstens empfehlen möchte), setze ich mich jetzt mit Masi, einem Musiker aus Langenthal, auseinander, dessen erstes Soloalbum dank typisch Schweizerischer Zurückhaltung zu gefallen vermag.


Die Berner sind ja bekannt als nicht allzu schnelle Burschen (natürlich geht’s hier nur um den Dialekt und die Schiebetüren bzw. Rolltreppen in Einkaufszentren zu Bern) und genauso eröffnet Masi auch sein 37 Minuten kurzes Soloalbum „2nd Shape“. „Take Your Time“, der erste Titel des Albums, passt schon mal zur bernischen Art, sich auszudrücken: nur nicht pressieren, sich Zeit nehmen, nicht hasten. Und hier beginnt Masi bereits zu überraschen: „Take Your Time“, die erste Singleauskopplung, dauert gerade mal 3 min 39 sek, ist nicht mal so langsam und wird vom zweiten Stück „Sideway“ beinahe überrumpelt. Keine Spur von sich Zeit nehmen, denn hier darf die Gitarre bereits ein erstes Mal ihr zerstörerisches Potential ausleben, während Bass und Schlagzeug dem Stück einen tollen Drive verpassen. Weiter geht’s mit einem Gemisch aus düster-traurigen Rocksongs, die durch interessante elektronische Elemente und der mit der Zeit beinahe leicht nervenden, etwas näselnden Stimme Masis ergänzt sind. Die Stücke sind alle gut und recht, angenehm anzuhören und nie verwirrend, mir persönlich fehlt jedoch meistens etwas Salz in dieser Suppe. „Looking“ zum Beispiel gefällt dank dem an üble Horrorstreifen erinnernden elektronischen Hintergrundgeräusch und den im Ansatz hart gespielten Gitarren sehr. Statt jedoch, wie Masi dies tut, bereits nach 2.59 min. zu beenden, könnte man das Stück wundervoll in die Länge ziehen, die Gitarre brachialer und deftiger spielen lassen und so aus einem guten Stück ein Meisterwerk schaffen. Schade. Die wirkliche Stärke Masis steckt in den ruhigeren, melancholischen Stücken wie „Joey“; schaurig traurige, von sanften Streichern begleitete Melodie und Gitarren, die schwer an Slut erinnern, zeugen vom grossen Potential dieses Musikers.
Eine im Grossen und Ganzen gelungene Platte, die unmöglich in den gewöhnlichen Birchermüslirock à la Dada Ante Portas oder Lovebugs einzuordnen ist. Vielleicht etwas zu schüchtern, zu zurückhaltend und zu durchschaubar, um wirklich grosse Berge zu versetzen, doch ein weiterer, guter Ansatz sowie ein Zeugnis dafür, dass auch Einheimische starke Rockmusik produzieren können. Danke.


Seit 2004 im Handel

Anspieltipps: Sideway, Looking, Joey, I Can’t Talk
similar Artists: Slut, Depeche Mode, Archive

> Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label und CH-Vertrieb

Bio:
Masi, mit bürgerlichem Name Marcel Marti, ist eigentlich Mitglied der Band Longvalley. Sein erstes Soloalbum "2nd Shape" wurde in Langenthal aufgenommen und vom Freiburger Label Watermelon Entertainment produziert. Gemixt wurde es von Ken Lewis, der schon mit Grössen wie den Beastie Boys, Lenny Kravitz oder Missy Elliot arbeitete, in New Jersey. Der Berner spielt auf dem Album alle Instrumente selber, live wird er jedoch vom Lunik-Bassisten und dem Schlagzeuger von Kisha unterstützt.

Masi - 2nd Shape (2004) (Watermelon)
Diskographie:
> 2nd Shape (2004)


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