Genre: Punkrock
Label: n/a
CH-Vertrieb: Eigenvertrieb
Unsere Wertung:
Fuck you! Rock’n’Roll
Fuck you! Rock’n’Roll: Mutig, mutig sag ich da nur. Gerade
Mal eine erste EP veröffentlicht und den Homepagebesucher so freundlich
begrüssen. Leider hat die Band noch nicht ganz verinnerlicht, was es
braucht, um den Rock’n’Roll richtig hart zu f*****, aber die knapp
Zwanzigjährigen haben ihre Karriere ja noch vor sich.
Vielleicht hab ich diesen Spass auch falsch verstanden und das Ausrufezeichen soll sagen, dass ich mich f***** soll, weil ihr Rock’n’Roll so kräftig rockt, was ich ihnen jedoch nur bedingt abkaufe. Ich muss hier gleich zu Beginn klarstellen, dass ich, seit ich Dover vor ein paar Jahren lebend gesehen habe, die Finger von Punkrock mit freundlich-melodiös-weiblichem Gesang lasse. Nichts gegen das Genre an sich, das Konzert war jedoch dermassen grottenschlecht, dass ich mich ob dem schwer minderjährigen ’ich-bin-lässig-wenn-ich-Schlange-stehe-um-stage-zu-divendes’ Publikum amüsiert bzw. aufgeregt habe. Kaum läuft Plexus im Player, kommen mir die längst verdrängt geglaubten Erinnerungen hoch und ich bekomme ein bisschen Angst. Da wohl jeder von uns die eine oder andere nichtige Phobie mit sich umherschleppt, muss dies nicht heissen, dass Plexus schlecht spielen, die Bühnenpräsenz ist so oder so besser als diejenige von Dover. Mildernde Umstände finden sich ausserdem in der Tatsache, dass die zwei Damen mit ihren vier Kollegen aus Interlaken stammen und somit den Heimvorteil auf ihrer Seite haben. Käme diese Musik aus den Staaten, wäre der Text wohl nicht ganz so freundlich ausgefallen. Trotz allem kann ich das Gehörte nicht wirklich gutheissen. Claudias Stimme ist zwar sehr hübsch, freundlich, frech und stark, irgendwie skater-girlig (egal, was man sich darunter auch vorstellen mag), die Melodien sind mitsummbar und das Gitarrenspiel kann man durchgehen lassen. Die sieben kurzen Stücke ähneln einander leider schwer, sind im Aufbau zu vorhersehbar und haben nicht genug Pfupf, um das ganze ’laut und gnadenlos’ zu nennen. Den gekonnten Gitarrensoli sowie der kühlen Hammondorgel in Hintergrund ist zwar zu entnehmen, dass sie am Rock’n’Roll geschnuppert haben, sie spielen ihn jedoch etwas zu mut- und harmlos, zu konventionell. Trotz allem, die Melodien sind süss und süffig, das Spiel vermag frech zu rocken und die Band sieht sympathisch aus. Im schönen Ort zwischen Thuner- und Brienzersee tut sich jedenfalls was und das freut uns doch. Am Geschmack des Schreibenden wurde zwar leicht vorbeigespielt, er bevorzugt den ’Blunt’ doch eher in rauchender Form, die Band findet jedoch garantiert ihre schweiz-, nicht ganz welt-, aber zumindest europaweite Anhängerschaft (auch wenn diese auf Stagediving steht).
Seit 6. März 2006 in ausgewählten Plattenläden (siehe
www.plexus.ch ).
Anspieltipps: Keep The Secret, Not Like Me
Trackliste: 1) Pleased To Meet You; 2) Stereotype; 3) Democracy; 4) Keep The Secret; 5) Here To Help; 6) Not Like Me; 7) Fake It
similar Artists: Dover, Avril Lavigne,
Garbage
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Bio:
Claudia singt, Söphe und Bänz spielen Gitarre, Sebi zupft den Bass, Nik schlägt das Zeug und Mike spielt dazu auf seiner Hammondorgel. Plexus aus Interlaken wurden Anfangs 2000 von Nik und Mike gegründet. Nachdem sie die Nachbarschaft vom Proberaum aus ein wenig genervt haben, spielten sie etliche Konzerte im Grossraum Bern und machten sich in der Region einen Namen. Am Finale des weltweit grössten Nachwuchs-Contests (Emergenza) in Zürich erreichten sie den undankbaren zweiten Platz und mussten deswegen auf das internationale Finale verzichten. Aufgenommen, gemixt und produziert wurde das Erstlingswerk von Vagelis Maranis in Deutschland.
Diskographie:
> Blunt EP (2006)