Genre: Hard-Rock mit Grunge
Label: AFM Records
CH-Vertrieb: Musikvertrieb
Unsere Wertung:
Kid Rock vs. Stapp und The Nasty Häschen aus der Grube
Ein Querschnitt durch das Schaffen amerikanischer Rockmusik – Made In
Switzerland. Gut gemacht, schon gehört – daher kürzestlebig.
Und was haben „The Nasty Häschen aus der Grube“ mit der ganzen Angelegenheit zu tun?
Nun, war es nicht grad’ neuerdings, als der Welt – die da nix dafür kann – der Herr Stapp (Sänger, Ex-Creed), aufgrund formidabler Leistungen in der Sparte „körperliche Ertüchtigung zusammen mit dem besten Freund und einigen Man-Gönnt-Sich-Ja-Sonst-Nichts“, in schmerzliche Erinnerung gerufen wurde?
Tja und wer wenigstens mit einem Ohr in die neue Platte von Pure Inc. hineinhört, dem wiederfährt – relativ jugendfreier, als bei vorgenanntem Homevideo – so ziemlich dasselbe. Zwar ohne Häschen und ohne Kumpel Kid, dafür umso rock, das muss man den Baslern, aka Pure Inc., lassen.
Faktisch handelt es sich, leider Gottes, wieder einmal um eines dieser Alben, wo Können und Versiertheit gepaart mit Verhinderung und Harmlosigkeit darauf abzielen, den Plagiatsliebhaber zu erobern (und das wohl auch schaffen werden; warum sonst haben weit peinlichere Coverbands z. T. derart Erfolg?).
Ein prägnantes Beispiel – stellvertretend für alle restlichen Rock-Songs des Albums – liefert da der Opener „Saviour“. Trotz erheblicher Nebengeräusche am Bahnhof meiner Wahl benötigt vorgenannter Track nicht die Dauer einer Minute, um mich unmissverständlichst an fF (formidable Formate) wie Alice In Chains (R.I.P. Layne Staley), ältere Soundgarden, Rage Against The Machine oder die Synthese beider letztgenannten – Audioslave – zu mahnen. Creed und Nickelback sind leider stets allgegenwärtig, ohrenfälligst bei den dahinschmachtenden Rock-Balladen. Gianni Pontillo (Sänger) besetzt offenbar den Posten des „Chad-Kroeger-Posing-Somehow-Like-Chris-Cornell-Screaming- And-Lustspender-Stapp- Doubles“, was mir über die gesamte CD-Dauer bedrohlich penetrant erscheint (erschwerend hinzukommend der bemüht amerikanisch-englische Akzent). Häppchenweise – als herauszustreichende Abwechslung – finden gar TOOL- und A Perfect Circle-Reminiszenzen Eingang. Schaurig.
Zum Schluss noch dies:
a.)ich bin offensichtlich die falsche Adresse bezüglich derart plagiativer Musik – mein Pech
aber
b.)auch Freunde der „Früher-Schon-Mal-Gehört“- oder „Das-Klingt-Ein-Wenig-Wie-Das“-Musik werden nicht 100% auf Ihre Kosten kommen können, da spätestens nach zwölf Minuten alle Facetten gehört sind, welche „A New Day’s Dawn“ zu bieten hat; der Rest klingt ganz einfach gleich wie das Gehörte, was ja bekanntlich wiederum gleich klingt wie Alice In Chains und...ach, ich lass’ es...
Ps:
Geschätzte Plattenfirma
Promo-CDs mit dem Hinweis „shortened between 30 – 40 s“ könnt ihr demnächst gleich selber rezitieren. Dies ist nicht nur mühsam für den kleinen, putzigen Schreiberling; viel mehr wird das auch dem Künstler nicht gerecht, der sein Werk wohl kaum wahllos beschnitten in die weite Welt verteilt sehen mag...
Ab 17. März 2006 im Handel.
Anspieltipps: Saviour (dann ist man informiert); I’m A Rolling Stone (TOOL-Teil zwischen 02:06: und 02:27 Promo-Time); Burst (A Perfect Circle-Teil zwischen 02:14 und 03:05 Promo-Time)
Trackliste: “Enhanced Promo CD”: 1) Saviour (Full); 2) I’ll Let You Know (Full); 3) Savoiur; 4) Break Free; 5) Blvd. Jam; 6) I’m A Rolling Stone; 7) Burst; 8) Skinflint; 9) I’ll Let You Know; 10) The Thing You Left On Me; 11) Sick As I Am; 12) Where’s Your God; 13) Crawling; 14) New Day Dawns
similar artists: Creed, Nickelback, Alice In Chains, ältere Soundgarden
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Bio:(O-Text-Auszug, leicht gekürzt)
Das Wort „Grenze" hat in Basel von jeher eine ganz andere Bedeutung als sonst wo. Tritt man einen Schritt nach links, steht man in Frankreich und geht man einen nach vorne, so befindet man sich in Deutschland.
Es scheint daher nicht weiter verwunderlich, dass der Begriff „Grenze" auch in der Musik der Basler Rocktruppe Pure Inc. eine völlig andere Rolle spielt, als bei den meisten ihrer Kollegen: Er ist ebenso individuell definiert, wie ihre Musik selbst.
Kurzum, ihr Name ist Programm. Schlicht, straight und frei von jeglichen Schnörkeln und gekünstelten Verbiegungen rocken die Schweizer ganz so, wie es eben ihrer ureigenen Art entspricht und transportieren dabei mehr, als es die meisten anderen tun. Voller Charme, Individualität, erdiger Wärme und mitreißendem Rhythmus präsentieren sich die Eidgenossen und schaffen es dabei, auch musikalisch im Dreiländereck zu stehen: Zeitlos, aber nur einen Schritt von traditionell rockend und einen Steinwurf von modern entfernt,
bauen sie auf altbewährten Groove mit zeitgemäßen Anleihen und Ausstrahlung.
LINE-UP:
Gianni Pontillo (Vocals); Sandro Pellegrini (Guitars); Andreas „Genti" Gentner (Bass) und Dave Preissel (Drums)

Diskographie:
> Pure Inc. (2004)
> A New Day’s Dawn (2006)