Pureape – Very Dirty (2005) |
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| von Ivana Leiseder am Sonntag, 13. November 2005 in Schweizerisches | |
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Genre: Elektropop, -rock Label: AlpineChic CH-Vertrieb: RecRec Unsere Wertung: ![]() Sex, Drugs & ElectroHerrgöttchen, gleich vorab: Mich laust der Affe! Und wie! Mit „Very Dirty“ von Pureape hat man nämlich ein Prachtstück der seltenen Sorte vorliegen: Eine (ver)sau(te)mässig gute, dreckig-punkige Elektrorock-Plodde mit Popappeal wie schon lange nicht mehr gehört, die zu aller Überraschung noch, ha, – mich trifft der Schlag! – ein Produkt aus good ole’ Confoederatio Helvetica, genauer gesagt Zürich, ist! Oh là là, von wegen verhalten oder distanziert...! Hier geht’s schweisstreibend zur Sache, wenn Sänger Andrea Pestoni von stampfenden Beats und schmeichelnden Synthies eskortiert sein androgynes Stimmwerk in Songs mit sprechenden Titeln wie „I Stick My Tongue In You“ aufreizend zum Besten gibt. Auch wunderbar verzerrte E-Gitarren bitten zuweilen in bester Bloodsport-Sneakerpimp’scher Manier expressiv zum Tanz, so z.B. zu hören auf „Very Dirty“, und machen den Rock parkettkonform. Trotz all der Ekstase dürfen aber mit Tracks wie „Nudity“ oder „Princess X“ auch ruhigere – obgleich nicht unschuldigere... - Momente der Erholung genossen werden. So oder so ist der Sound aber steril, technoid kühl, kränklich und zollt vornehmlich den 80er Jahren, aber auch der Gegenwart Tribut. Die Melodien der hervorragend produzierten Songs sind relativ einfach und sehr ohrwurmig gehalten, ja drängen sich förmlich auf, womit der Dancefaktor um einen zusätzlichen Punkt erhöht wird. Angeeckt wird nur selten und höchstens mit wirklich verschrobenen, nervös-elektrisierenden Einfällen ("Shoot Down All") oder mit dem Text, doch dies dürfte auch kaum der Affen Ziel sein. Man will sich nämlich bewegen und einem Feuer gleich alles Materielle und Immaterielle wegfegen. Für philosophieträchtige Sternstunden und Kaffeekränzchen sind sanftere, ja saubere Klängelchen zuständig. Fazit: Pureape liefern eine ungemein starke, kompromisslose Elektropop-Platte, die mit ihren punkigen, new wavigen, rockigen Eigenschaften sämtliche partybegeisterte Grenzgänger überzeugen dürfte. Hier riecht’s deftig nach Disco, schnörkellosem Feiern bis zum Abwinken und allem, was damit zusammenhängt. Wer in naher Zukunft also einen nächtlichen Absturz plant, soll dies doch mit Pestoni & Co. in den Ohren tun. Es dürfte gewiss erträglicher und - spassiger sein. Seit 3. September 2005 im Handel. Anspieltipps: Very Dirty, Shooting Down All (eigentlich alle) Trackliste: 1) Small Heart Hate; 2) I Stick My Tongue In You; 3) Nudity; 4) In A Public Place; 5) Like A Talk Show; 6) You Drive Me; 7) Princess X; 8) Very Dirty; 9) Overflow; 10) Shooting Down All; 11) Attention similar artists: Sneaker Pimps, Vive La Fete, Ladytron, New Order, Jay-Jay Johanson, Pet Shop Boys, Client, 2raumwohnung > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb Bio: Pureape sind Andrea Pestoni (vox, guit, prg), Amin Khatir (guit, prg, vox) und Donat Fulda (synths, vox) aus Zürich. Nachdem die Truppe auf dem Londoner Label Matchbox Recordings das Minialbum „Some Music“ veröffentlichte und nachfolgend einige Songs auf dem Netlabel AlpineChic umsonst zum Download bereit stellten, folgt nun das Debütalbum „Very Dirty“, das in zweierlei Hinsicht für ein Debüt steht: Zum einen ist’s eben das erste richtige Album von Pureape, zum anderen aber auch die erste Veröffentlichung des Labels AlpineChic, das seine Interpreten bis anhin nur digital übers Internet vertrieb. Diskographie: > Some Music (2004) > Very Dirty (2005)
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