„Jä Grüezi, hier ist die Räuberhöhle. I freu mi, dass i
so eine wunderbare Band ansagen darf, sie heissen Saalschutz und immer
wenn ich sie höre, dann mach’ ich ungefähr so: ÄIHHHHHH!!!!!!!!! [...]“
Kurze, lustige Einleitung – und dann ein Schlag ins Gesicht. Rasant, brisant und zügig geht’s auf der neuen Saalschutz Platte zur Sache und dies von Beginn weg: „Das Lied mit den Suggestivfragen“ ist dann auch gleich das beste Stück und glänzt mit hervorragenden, anregenden Lyrics sowie einem hypnotisch dröhnenden Beat. Schon hier kommt allerdings auch der leichte Akzent durch, was mit den zusätzlich schrammigen Beats und zwischenzeitlich schmuddeligen Sätzen sich bald zur Semi-Professionalität synthetisiert. Angetrunken, im Affekt und Rausch und ohne Rücksicht auf Verluste spielt das alles natürlich (auf einer Party) überhaupt keine Rolle und man singt Slogans wie „Das ist keine Hookline“ gerne mit. Demnach folgt der altbekannte Zwiespalt, der für die Erforderung eine CD wie „Saalschutz macht’s möglich“ (was eigentlich?) zu bewerten, natürlich diffizil gestaltet. Die Divergenz zwischen Musik, die im Club funktioniert und derjenigen, welche einem im letzten Bus nach Hause begleitet, ist ab und an immens hoch und deshalb haben (im Eigentlichen sehr witzige und auch kreative) Songs wie „Richtige Deejays“ kaum Wirkung, denn ich lasse fünf niemals gerade sein. Trotzdem kommt man bei diesem Zitatfeuerwerk der beiden Schweizer natürlich schnell einmal auf gemeinsame Nenner, was Saalschutz bald als sympathische Truppe dastehen lässt. Der Humor ist indes typisch schweizerisch, einige Wörter werden herrlich falsch betont, ein paar Hiebe raus zur Kultur und Gesellschaft sind da auch immer mit drin und nicht zuletzt einige wundervolle Wortspiele sowie Aussagen, die man auf weisse Karten schreiben wird, um sie dann ein paar Wochen später doch irgendwo zu vergessen und vergammeln lässt. Denn das ist das Stichwort: Saalschutz machen Musik für den Moment, halten aber nicht länger als zwei Saisons und machen dementsprechend nur kurz Spass. Aber immerhin machen sie Spass.
Wäre diese Musik Schokolade, wäre es eine Sorte, die man auf einer Ferienreise einmal gekauft hat, damals unglaublich schnell verschlang und nie wieder irgendwo auftauchen sah.
Seit 27. Oktober 2006 im Handel.
Anspieltipps: Das Lied mit den Suggestivfragen; Richtige Deejays
Trackliste: 1) Sehr nette Menschen; 2) Das Lied mit den Suggestivfragen; 3) 1! 2! YEAH! YEAH! YEAH!; 4) Everybody Chill Out (feat. Stina Galaxina); 5) Richtige Deejays; 6) Shake that Ass; 7) Saalschutz, den ganzen Tag; 8) Defendin' Disco Dancin' (feat. Jane Foxxxy, Stina Galaxina und Lolita Defekt); 9) Achilles (feat. Knarf Rellöm); 10) Beschwerdefrist abgelaufen; 11) Shake that Ass Part 2 (feat. Phantwo, Strikk, Big Zis, Tinguely, G. I. John und Lügner); 12) Tausendsassaesk
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Bio:
DJ Flumroc und DJ M T Dancefloor sind gänzlich unbekannt. Und dies seit Frühjahr 2001. Doch etwas tröstet sie darüber hinweg; ob besetztes Haus, Kellerbar oder Jet-Set-Club – der champagnergetränkte Sequenzer-Pop der beiden selbsternannten Defenders of Disco Dancin' sorgt überall für schmelzende Herzen und movende Bodies. Ein bunter Strauss an eingängigen Eigenkompositionen und waghalsigen Coverversionen garantiert ein fröhliches Konzerterlebnis mit grossem Tanzbeineffekt. Wer smart genug ist, bis vier zu zählen und dann wieder von vorne zu beginnen, muss Saalschutz lieben.