Serpentronic – Smash The Gate And Raise The Dead (2005) |
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| von Ivana Leiseder am Montag, 31. Oktober 2005 in Schweizerisches | |
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Genre: Electronic Label: Railwayrecords CH-Vertrieb: Eigenvertrieb Unsere Wertung: ![]() Kecker Ohrenschmaus
„Es ist ein modernes, verzogenes Kind und mag keine Gitarren. Dafür liebt es die bizarren Töne, die kauderwelschen Dialekte und die vertrackten Rhythmen...“ Dies ein Auszug des Pressetexts zum ersten Album Serpentronics mit dem eigentümlichen Titel „Smash The Gate And Raise The Dead“. Nicht nur der Titel ist von einmaliger Natur, sondern auch der Mut Jan Zimmerlys zu dieser Richtungsänderung um 180°: Weg vom Singer-Songwritertum/Anarcho-Pop Serpentines, hin zu anarchistischem, bizarrem Electro Serpentronics. Während bei beiden Projekten ein gewisser Anarchismus im Sinne der Zimmerly’schen Kreativität zu erkennen ist, gleicht Serpentronic im Gegensatz zu Serpentine, bei dem alles zumindest einigermassen in gemässigten Bahnen vonstatten geht und mehr oder minder gehorcht wird, in der Tat vollumfänglich einem störrischen Kind, das töibelet, wenn die Eltern nicht nach dessen Nase tanzen: Mal avantgardistisch aufmüpfisch („Crushed Skull“), dann wieder sphärisch, ambientlike ruhig („The Divine Horned Cap“), drum’n’basslerisch rasend („The Rabid Dog Is Her Animal“) oder technoid aneckend („A Colorless Being“), stampft sich Serpentronic durch 15 fordernde, knatternde, flickernde, firpsende Electrogebilde, in Feinstarbeit zusammengesetzt aus – sage und schreibe – 1'000 Samples. Der Vielseitigkeit sind keine Grenzen gesetzt und jede wertvolle Sekunde der knapp bemessenen 34-minütigen, abwechslungsreichen Spielzeit ist für eine Überraschung offen, ja vereinnahmt den Hörer und lässt Langeweile nie auch nur ansatzweise aufkommen. Jan Zimmerly meistert den Job als Electro-Tüftler zweifelsohne sehr gut und offenbart sich einmal mehr als Allround-Talent. Auch das Artwork, resp. die Verpackung ist keineswegs stereotyp gestaltet, sondern als Kartonhülle mit hübsch trashigen Illustrationen versehen.
Fazit: Serpentronic ist wohl in der Tat kein sonderlich einfaches Kind, aber mit Sicherheit auch nicht ein schwer erziehbares der unerreicht bleibenden Sorte Autechre. Spätestens mit eingehenderer Beschäftigung gehört Serpentine zu jenen Kindern, deren umverblühmtem Charme, frischer Eigenwilligkeit und Originalität man sich nicht mehr entziehen kann. Allen Freunden von elektronischer Musik eher höhreren Komplexitätsgrades ist dieses Kleinod sehr zu empfehlen. Seit 1. Oktober 2005 im Handel. Anspieltipps: The Seven Evil Demons; Ankle Bangle; The Rabid Dog Is Her Animal; Distended, Shot, Sliced In Two And Cut In The Heart (na ja, eigentlich alle...) Trackliste: 1) The Divine Horned Cap; 2) She Rides A Lion; 3) We Destroyed Her Mates And Lovers; 4) Till The Earth With Oxen; 5) Snakes With Venom For Blood; 6) Smash The Gate And Raise The Dead; 7) The Seven Evil Demons; 8) Avenge Yourself; 9) Ankle Bangle; 10) Crushed Skull; 11) She Turned Him Into A Frog; 12) A Colorless Being; 13) Quell The Noise; 14) The Rabid Dog Is Her Animal; 15) Distended, Shot, Sliced In Two And Cut In The Heart similar artists: Mouse On Mars, Folie, Kraftwerk > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label Bio: Jan Zimmerly alias Serpentine wurde 1978 geboren und schrieb bereits mit 12 Jahren seinen ersten Song, gefolgt von seinem ersten Bühnenauftritt mit 14. Bald schon gründete er eine Band, doch es zog ihn im Laufe der Jahre immer wieder in die weite Welt hinaus, wo er so z.B. in Kuba eine Gitarrenschule besuchte. 2002 veröffentlichte er sein Debüt-Soloalbum "Jan's Kitchen Recordings" (Eigenvertrieb) und gründete 2004 Serpentine. Nach Abschluss eines Plattenvertrages mit dem schwedischen Label „B&B Records“ wurde Anfang 2005 schliesslich das Album „Honest“ (RecRec) in Schweden, Norwegen, Finnland und den USA veröffentlicht. Im Oktober 2005 folgte nun das erste Album seines Electro-Nebenprojekts Serpentronic (Eigenvertrieb) in limitierter Auflage. Für 2006 ist der Release des zweiten Serpentine-Albums geplant. Diskographie: > Jan's Kitchen Recordings (2002) > (The Tragedy Of Being) Honest (2005) > Smash The Gate And Raise The Dead
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