Genre: Punk ´n´ Roll mit Stonerrock-Kante
Label: Fistfucker Records
CH-Vertrieb: RecRec
Unsere Wertung:
Ridin’ the wolf
Die Toenails aus Engelberg singen Lobhymnen auf die Highways dieser
Welt. Mit ihrem Zweitwerk „Kings Of The Mountain“ haben sie ein solides
Stück Rockmusik am Start. Leider fahren sie mit leicht angezogener
Handbremse.
Mit den Toenails kommt der Wolf zurück in die Schweizer Berge. Da müssen die Brüder der Engelberger Klosterschule gewaltig auf ihre Schäfchen aufpassen, denn die drei Zehennägel “Gasguzzler“, “Hellrider“ und “Firefucker“ sind nicht gerade das, was man sich unter treuen Dienern des Herrn vorstellt. Sie verherrlichen das sündhafte Leben auf der dreckigen, alten Strasse. Doch leider oder zum Glück sind die Toenails auf Platte längst nicht so bissig und böse, wie sie sich im Booklet inszenieren.
Songtitel wie “Dynamite“, “Glowing Wheels“, “Low Rider“ oder “Riding Like The Wind” versprechen staubige Landschaften, laute Bolliden und Highways ohne Ende. Sowohl textlich, als auch musikalisch wird Wort gehalten. Ein erfreuliches Beispiel ist “Glowing Wheels“: ”The Desert burns in the sun like a glowing wheel”. Die tief gestimmten Gitarren liefern treibende und knochentrockene Riffs, es entsteht ein furioser Mid-Tempo-Burner. Will heissen: Sonnenbrillen montieren, Ellenbogen raus und mit der Zigarette im Mundwinkel losbrettern. Hell, Yeah!
Seit dem Überhit „Cruisen“ der Massiven Töne wissen wir, dass es nicht unbedingt eine Wüste braucht, um ein bisschen durch die Gegend zu heizen. (Ich entschuldige mich an dieser Stelle für den dämlichen Vergleich). Dafür können auch Bergstrassen herhalten. Und tatsächlich, bei allem Staub, der in unsere Atemwege dringt, bläst uns auch ein frischer Wind aus den Bergen entgegen. Die Refrains haben auf Grund der recht klaren und leicht verhallten Stimme von Sänger “Gasguzzler“ einen etwas kühlen, glamrockigen Anhauch (zum Beispiel “Dynamite“).
An den Hooklines liegt es nicht, dass die Songs nur teilweise zünden. Es sind die Strophen und Feedback-beladenen Instrumental-Passagen, die nicht selten brav, kraftlos und ausgebrannt wirken. Eine Messerspitze gesunder Verrücktheit, wie sie beispielsweise beim Houston Swing Engine aus Lausanne eingestreut wird, hätte bestimmt auch diese Mixtur bereichert.
Im Endeffekt fehlt es den Toenails an Punch. Ein entscheidender Tritt, der uns endgültig durch die Flügeltüren des Saloons befördert, bleibt aus. Nichtsdestotrotz dürfen sich die Innerschweizer über einen eigenhändig fabrizierten “Low-Rider“-Soundtrack freuen, der diese Bezeichnung durchaus verdient.
Seit 9. Januar 2006 im Handel.
Anspieltipps: Kings Of The Mountain; Glowing Wheels
Trackliste: 1) Dynamite; 2) Killing Time; 3) Electra; 4) Kings Of The Mountain; 5) Juego; 6) Glowing Wheels; 7) The man; 8) Low Rider; 9) Last Dance; 10) Riding Like The Wind; 11) Jive
similar artists: Fu Manchu, Zamarro, Gluecifer
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Bio:
Die Toenails stammen aus Engelberg, leben aber mittlerweile im Kanton Aargau. Die Heimat ihrer Herzen liegt auf den Highways dieser Welt und in Engelberg, einem ihrer “favourite places to be“. Sie spielen schon seit einigen Jahren in der aktuellen Formation zusammen. Die Musiker kommen aus verschiedenen Stilrichtungen, haben aber mit der Band Fu Manchu einen gemeinsamen Nenner gefunden. Ihr zweiter Longplayer ist auf “Fistfucker Records“ erschienen. Ein Label, das unter anderem Künstler wie Blusbueb oder HNO beheimatet.
Diskographie:
> We’ve Got The Right To Rock n’ Roll (2004)
> Kings Of The Mountain (2006)