News und Infos
Newsletter
NewsletterAbonniere unseren kostenlosen Newsletter und bleibe so immer auf dem Laufenden.






RSS-Feed
Der RSS-Feed von ::exit.music::
Abonniere unseren RSS-Feed!
Login / Registrierung

Partner

Advertisement
Playlist: Eno
Eno









Christian Mikolasek

- Gregor Samsa: 55:12
- Brian Straw: Song Veins
- Envy: Insomniac Dose
- Propaghandi: How to Clean Everything
- I not dance: So You Think You Can Stop Me...

Ivo Münger

- Botch: We Are the Romans
- Engine down: To Bury Within The Sound
- Radiohead: From the Basement
- Mogwai: Hardcore Will Never Die, But You Will
- Mineral: The Power of Failing

[Playlist Archiv]
Zukunftsmusik
12.5.
The Cribs – The Belly of the Brazen Bull
Richard Hawley – Standing at the Sky’s Edge
Here We Go Magic – A Different Ship
Fela Kuti – Live in Detroit

19.5.
Simian Mobile Disco – Unpatterns
Beach House – Bloom
Best Coast – The Only Place
Guided by Voices – Class Clown Spots a Ufo alles lesen
exitmusic.ch on Facebook

The Young Gods – Knock On Wood

Drucken E-Mail
von Michael Zuckschwerdt am Samstag, 26. April 2008 in Schweizerisches   
Genre: Acoustic
Label: Musikvertrieb
CH-Vertrieb: Musikvertrieb
Unsere Wertung:The Young Gods – Knock On Wood


Thé Young Gods
Knock On WoodWer hätte gedacht, dass die Pionierpflanzen, die die Young Gods zu Beginn des musikalischen Industrial-Zeitalters pflanzten, nach so langer Zeit nochmals so schön aufblühen?

Ich war enttäuscht von „Super Ready/Fragmenté“. Es kam mir vor, als wenn man über einen alten Teebeutel nochmals Wasser giesst, da hilft keine Milch und kein Zucker, es sieht blass aus und schmeckt schal. Seit „Only Heaven“ schien es mir eine Art Naturgesetz, dass die Young Gods an Alter zu- und an Göttlichkeit abnahmen.
Das war eine schmerzhafte Einsicht, schliesslich haben die Young Gods zu den wenigen Bands gehört, die mein musikalisches Weltbild anfangs der 90er-Jahre ernsthaft erschütterten. Ich, der damals leidenschaftlich neugierig dem Death Metal frönte, musste eingestehen, dass niemand so kompromisslos brachial klang wie die Young Gods auf dem Titeltrack von „T.V Sky“. Wie Schuppen von den Ohren fiel es mir auch, als ich die Young Gods auf einer Aufnahme im Gitarrenfeedback von Jimi Hendrix am Woodstock Festival wiedererkannte – den meisten dürfte es wohl umgekehrt ergangen sein.

Die Young Gods haben im letzten Jahr mit einer Serie von Konzerten begonnen, bei denen sie weitgehend mit akustischen Instrumenten statt Drum-Computer und Sampler ihre eigenen Stücke und einige ausgewählte Coverversionen spielten, besser gesagt: Zum Besten gaben. Statt einer Live-Aufnahme hat sich die Band entschieden, die Songs im Studio unter Mitwirkung des Ausnahmegitarristen Vincent Hänni, der die Young Gods auch bei besagten Konzerten unterstützte, aufzunehmen. Das Ergebnis sind elf fast ausnahmslos hervorragend gelungene Umsetzungen von vornehmlich älteren Young-Gods-Songs, wie „Gasoline Man“ oder „Skinflowers“, die man wohl als Klassiker bezeichnen darf.
Bereits die ersten Akkorde von „Our House“ bezaubern, verbreiten eine himmlisch leichte Stimmung und wenn Franz Treichler eindringlich singt „just like the ocean…“, könnte man meinen, die frische Seebrise weht einem durchs Haar.  Die Young Gods haben es immer verstanden, maschinell und synthetisch zu wirken, aber auch dieses psychedelische Feeling, das einen an vergangene Jahrzehnte der Rockmusik erinnert, die sie teilweise als Quelle für  Samples benutzten, zu wahren. Diese Essenz haben sie nicht nur in die Arrangements auf „Knock On Wood“ hinübergerettet – nein, mitunter sogar verstärkt und freigespielt.
Einzelne Songs hervorzuheben scheint mir unnötig, das Album klingt fast wie aus einem Guss, am meisten fallen das mit mehr als zwölf Minuten Länge exzessivste Stück „Ghost Rider“ und das Richie-Haven-Cover „Freedom“, auf, letzteres vor allem aufgrund seiner stark am Gesang orientierten Songstruktur.

Allen Songs eigen ist die harmonisch und rhyhmisch hervorragende Gitarrenarbeit von Treichler, Hänni und Al Comet, welcher auch für die Sitarklänge zuständig ist. Bernard Trontin als Schlagzeuger und Perkussionist fabriziert dazu differenzierte Grooves, die sich ebenfalls nicht bloss auf das Antreiben der Songs reduzieren lassen, sondern durch die Vielzahl der benutzten Perkussionsinstrumente auch immer einen substanziellen Beitrag zum wunderbar transparent produzierten Gesamtklang liefern.

„Knock On Wood“ ist, als hätte ich einen aus Pulver angerührten Eistee erwartet und die Young Gods haben einen Tee aus frischer marokkanischer Minze im Tonkrug an der Sonne ziehen lassen und geeist serviert.  Zum Wohl!


Seit 18. April 2008 im Handel.

Anspieltipps: Our House; Gasoline Man; Skinflowers
Trackliste: 1) Our House; 2) I’m The Drug; 3) Everywhere; 4) Gasoline Man; 5) Speak Low; 6) Charlotte; 7) Ghost Rider; 8) Longue Route; 9) She Rains; 10) Freedom; 11) Skinflowers
similar artists: Young Gods

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Franz Treichler (Gesang) gründete die Band 1985, zum ersten Line-Up gehörten Cesare Pizzi (Sampler) und Frank Bagnoud (Schlagzeug). Die Band widmete sich von Beginn an dem kreativen Umgang mit Samplern, zu Beginn noch mit analogen Geräten. Diese Tüfteleien führten zu einer Handvoll in Kritikerkreisen hoch gelobten, avantgardistischen Alben, von denen aber erst das 1992 erschienene, englisch gesungene „T.V. Sky“ der Band zum internationalen Durchbruch verhalf.
Musiker, welche sich offiziell zu den Schweizern als Fans und Inspirationsquelle bekennen, könnten populärer kaum sein, Mike Patton, David Bowie und Nine Inch Nails sind einige davon, man darf aber wohl getrost schreiben, dass die ganzen Genres wo harte Gitarren auf maschinell anmutende Samples treffen, mit einem blauen Auge von Young Gods davon gekommen sind.

Im Verlaufe ihrer Karriere haben die Young Gods mit einer grossen stilistischen  Bandbreite experimentiert, als Beispiele sei die Vertonung von Kurt-Weill-Stücken erwähnt („The Young Gods – Play Kurt Weill“, 1991), das eher dem Ambient-Genre zurechenbare „Music For Artiificial Clouds“ (2004), das im Auftrag des Magazins Truce produzierte vertonte Tourtagebuch („Truce Diaries“, 2005) oder die aktuelle Veröffentlichung „Knock On Wood“ genannt. Mit eben dieser und den vielgerühmten akustischen Live-Auftritten scheinen Franz Treichler, Al Comet (Sampler) und Bernard Trontin (Schlagzeug) auch wieder einhellig auf Lob bei Kritikern und Fans zu stossen.

The Young Gods
Diskographie:
> The Young Gods (1987)
> L’Eau Rouge (1989)
> Play Kurt Weill (1991)
> T.V. Sky (1992)
> Live Sky Tour (1993)
> Only Heaven (1995)
> Heaven Deconstruction (1996)
> Second Nature (2000)
> Live Noumatrouff (2001)
> Six Dew Points (2002)
> Music For Artificial Clouds (2004)
> XX Years 1985 – 2005 (2005)
> Truce Diaries (2005)
> Super Ready / Fragmenté (2007)
> Knock On Wood (2008)


» Noch keine Kommentare
Es gibt bisher noch keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben.
Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich.
 
Weiter >