News und Infos
Newsletter
NewsletterAbonniere unseren kostenlosen Newsletter und bleibe so immer auf dem Laufenden.






RSS-Feed
Der RSS-Feed von ::exit.music::
Abonniere unseren RSS-Feed!
Login / Registrierung

Partner

Advertisement
Playlist: Eno
Eno









Christian Mikolasek

- Gregor Samsa: 55:12
- Brian Straw: Song Veins
- Envy: Insomniac Dose
- Propaghandi: How to Clean Everything
- I not dance: So You Think You Can Stop Me...

Ivo Münger

- Botch: We Are the Romans
- Engine down: To Bury Within The Sound
- Radiohead: From the Basement
- Mogwai: Hardcore Will Never Die, But You Will
- Mineral: The Power of Failing

[Playlist Archiv]
Zukunftsmusik
12.5.
The Cribs – The Belly of the Brazen Bull
Richard Hawley – Standing at the Sky’s Edge
Here We Go Magic – A Different Ship
Fela Kuti – Live in Detroit

19.5.
Simian Mobile Disco – Unpatterns
Beach House – Bloom
Best Coast – The Only Place
Guided by Voices – Class Clown Spots a Ufo alles lesen
exitmusic.ch on Facebook

Weyermann - Pool

Drucken E-Mail
von Michael Rothen am Samstag, 3. März 2007 in Schweizerisches   
Genre: Rock, Pop
Label: Muve
CH-Vertrieb: Musikvertrieb
Unsere Wertung:Weyermann - Pool


Der Sprung ins kalte Nass
PoolDer virtuose Adrian Weyermann gibt sich auf "Pool" betont rockiger, schiesst den Blues mit ein und unterhält. Die Songs sind meines Erachtens allesamt keine Hits. Sie haben viel mehr Klasse und Tiefe, was leider mancher kaum je erkennen wird. Es braucht mehr als ein Nebenbei, damit "Pool" seine Wirkung entfalten kann.

Es ist eine scheinbar unsägliche Geschichte mit Weyermann, resp. früher Crank und mir. Meine Faszination ob der Live-Performance der vier Gleichaltrigen datiert cirka von 1990/91. Die Welt war in Ordnung, alles schien mir genau so, wie es sein musste. Mit roten Backen und starrenden Augen verfolgte ich ihre Konzerte. Es war jeweils wirklich fast schon wieder erniedrigend, in den eigenen Übungsraum zu gehen, um – im Vergleich zu Crank – völlig dilletantisch draufloszuwerckeln. Sie waren der Zeit, vor allem unter Berücksichtigung ihres Alters, voraus.
Was nun das Unsägliche an der Geschichte ist? Crank haben aus meiner damaligen Warte lediglich zwei "gute" Platten gemacht: "Sounds!Session 6" und "Lifedive". Danach kam, was man gemeinhin als Weiterentwicklung bezeichnet. Das passte mir nicht, gar nicht sogar. Viel zu tief steckte die Faszination der wilden und ungestümen Crank noch in meinen Knochen. So musste ich sie freigeben und aus den Ohren verlieren.
Und es ist wie eine Crux. Noch heute geht es mir so. Höre oder lese ich etwas von oder über Adrian Weyermann, so elektrisiert mich wieder dieses Gefühl der alten Tage, dieses mich offenkundig nachhaltig prägende Ereignis: Diese wilden Crank.
Das zu verstehen und einordnen zu können ist wichtig, denn nun, so scheint's, kann ich mich endlich auch "crank-frei" auf ein Weyermann Werk einlassen (was Adrian Weyermann verdammt noch mal auch verdient hat), ohne das zu erwarten, was es nun seit mehr als 14 Jahren nicht mehr gibt – nämlich schon zu Zeiten von Crank nicht mehr gab.

Weyermanns "Pool" liess mich zu Beginn relativ kalt – etablierte Langeweile. Ich überlegte mir schon, wie ich aus dieser Miesere wieder rauskommen würde. Doch die Erkenntnis, dass seine Songs nicht für das schnelle Hinhören gemacht sind, sondern eine Art zeitloses Musikwerk darstellen, erheiterte meine Stimmung. Es ist schon so, "Pool" entwickelt sich erst nach für nach zu dem was es ist: Nämlich ein grundsolides Album mit guten Songs, schönen (Retro)Sounds, frei von Hits. Letzteres ist überhaupt nicht schlimm, sogar eher angenehm. Diese Platte ist irgendwie losgelöst von allen Trends konzipiert, so dass man sie ebenso gut in 20 Jahren wieder hervorkramen und Spass haben könnte, was bei sogenannten Hit-Alben des Öfteren eben grad' nicht funktioniert, da sie "lediglich" den Nerv der einen Zeit treffen. Das die ganze Chose live eingespielt wurde, spricht einerseits für das Können der Beteiligten, ergibt andererseits dankbarerweise ein sehr organisches Ganzes; obwohl einige ganz wenige, klitze kleine Gitarrenparts Timingtroubles aufweisen, na wenn schon!
Obwohl "Pool" die rockigere Seite Weyermanns repräsentiert, so überzeugen mich eher die poppigeren, resp. balladeskeren Songs darauf. Der Sinatra-Song – erfolgreich von Billie Holiday interpretiert – "I'm A Fool To Want You" finde ich ob der schlichten Art des Vortrags einfach umwerfend. Und ich denke, die Betroffene wird's ihm verdanken. Nummer 4 "Street" erhellt mein Gemüt – in einer meinerseits eher kränklichen Zeit – ebenso. Mein Favorit – mit eben etwas Zuschnellgitarrenspiel im ersten Refrain und zu klinisch klingender, atmosphärenloser Sologitarre, leider – "The Gates" ist einfach nur schön. Ich kann mir wirklich vorstellen, dass ich eines Abends nachhause komme, mir ein Glas Wein dekantiere, den Eames LCM zurechtrücke und mir nonchalant entspannt Weyermanns "Pool" anhöre – ganz bewusst, denn wie gesagt, es ist keine Hitfabrik, viel mehr eine frische, eigenständige musikalische Retrospektive 30-40 Jahre back from now.
Mit etwas mehr Facetten und Ausdruck im gesanglichen Bereich wären gar vier Sterne erreichbar gewesen...Ich freu' mich aufrichtig auf das ruhigere "Wood" (Herr Heizmann denk' an mich, gell...) und Adrian W. ist einer der Guten!


Seit 16. Februar 2007 erhältlich.

Anspieltipps: The Gates, Street, I'm A Fool To Want You
Trackliste: 1) Pool; 2) Echo; 3) Kicking; 4) Street; 5) Mirror Ball; 6) Fantastic; 7) I'm A Fool To Want You; 8) The Gates; 9) One Song; 10) Ghost; 11) Follow Me; 12) The Beyonder
similar artists: Hendrix, Frusciante, Nordstan

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Der 1974 in Greifensee ZH geborene Adrian Weyermann beginnt bereits im zarten Alter von vier Jahren Gitarre zu spielen, um mit sieben Jahren schliesslich das Piano in Angriff zu nehmen. In den Jahren 1989 bis 2001 sorgt er mit seiner Band Crank für CH-weites Aufsehen. Die Band veröffentlicht in dieser Zeit fünf Alben. Nebst seiner Tätigkeit als Producer und Engineer schreibt und spielt er auch Theatermusik. Nach seiner Rückkehr aus den USA beginnt er in 2002 sein erstes Weyermann Album zu produzieren ("La Poeta"). In 2004 folgt der Zweitling "Home". Hernach gönnt sich Weyermann künstlerische Freiheit und offeriert rund 18 Monate lang – jeweils Montags – im El Lokal Zürich ein musikalisches Variationsprogramm, wozu er auch Musikerfreunde zum Jam einlädt. 2006/07 verändern sich einige Dinge im familiären Umfeld und er veröffentlicht schliesslich den dritten Wurf, das rockige "Pool" (aufgenommen von Thomas Winkler, Ex-Crank), wobei Album Nr. 4, das ruhigere "Wood", bereits für Herbst parat liegt.

Weyermann
Diskographie:
> La Poeta (2003)
> Home (2004)
> Pool (2007)


» Noch keine Kommentare
Es gibt bisher noch keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben.
Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich.
 
< Zurück   Weiter >