Zero In On – The Oblivion Fair (2005) (Watermelon) |
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| von Philipp Gautschi am Montag, 15. August 2005 in Schweizerisches | |
![]() Il Ticino rocks Wenn der normalsterbliche Deutschschweizer ans Tessin denkt, kommen ihm normalerweise Stau, Sonne, Ferien, Seen, der HC Lugano, ein bisschen Gelati und l’Italiano in den Sinn. Wohl keiner würde da auf satte Rockmusik tippen. Doch tatsächlich hat die alternative Musik auch die Alpen überwunden und schallt nun ziemlich energisch nordwärts; wir staunen und sind wieder etwas stolzer auf das einheimische Schaffen. Das knapp einstündige Album beginnt mit „Bloody Ground“ ziemlich happig: die Gitarre kreischt, zügig hetzt das Schlagzeug, und die Slap-Einlagen des Basses sind nicht von schlechten Eltern, sogar von sehr guten - der erste Eindruck passt also. Im weiteren Verlauf beginnt man mit sich selbst zu streiten, ob die Musik eher an Muse („Rowdiness At Night“, „Fucking Souls“) oder an Placebo („Queen“, „Keys“) erinnert. Man kommt zum Schluss, dass Musik etwa so klingen sollte, falls Placebo und Muse mal zusammen einen Tonträger bespielen würden, auf welchem sie abwechslungsweise ein Lied beisteuern würden. Gut, diese beiden Giganten werden natürlich nicht ganz erreicht. Zero In On spielen uns hier ihr Erstlingswerk vor und werden damit auch kaum Weltruhm erlangen. Ihren Namen sollte sich jedoch ein jeder Alternativrocker schleunigst merken. Das Album passt sehr, spielen können die uomini etwa alles: von zügig rockigen Brüllern („Bloody Ground“, „Keys“) bis zu gemütlich verträumten Balladen („Fucking Souls“, „19“, „Maybe“), ohne jemals die krachende Gitarre zu vergessen; selten bis nie klingt's mühsam. Vereinzelt kann der Refrain (oder dessen Melodie) scheu nerven („The Light Devides Me“), von stören darf jedoch keinesfalls die Rede sein. Alternativrock mit Metaleinflüssen wie man ihn von einer Schweizer Band noch selten gehört hat. Alles in allem ein sehr vernünftiges, grösstenteils hartes, trotzdem sehr abwechslungsreiches, interessantes, manchmal traurig-melancholisches, dann wieder böses, stark gespieltes Erstlingswerk einer sympathischen Tessiner Band. Ab 22. August 2005 im Handel Anspieltipps: Bloody Ground, Surrounding The Sea, Fucking Souls, To Mary similar artists: Muse, Placebo > Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label und CH-Vertrieb Bio: Das junge Trio wurde vor ungefähr vier Jahren gegründet und erlebte bereits einige Wechsel was die Besetzung anbelangt. Die eigentlichen Gründer Elias Bertini (voc., git., piano, mandolin) und Mattia Stefanini (dr., percussions) spielen derzeit mit Alex Urosevic (ba.). Die Stücke entstanden jedoch bevor der Bassist beitrat. Mal schauen, was die Zukunft mit diesen drei Talenten noch anstellen wird. Die Chancen stehen jedenfalls gut… Diskographie: > The Oblivion Fair (2005)
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